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6.690 Hunde haben seit 2008 ihr Zuhause gefunden | Zu den Glücksgeschichten

Sissi

    * ca. Anfang 2016 † 07.07.2026

    Eine Kaiserin ist gegangen – still, leise und würdevoll, so wie sie gelebt hat.

    Sissi stammt aus Ano Liosia, einem Vorort von Athen, der für seine schweren Fälle von Tierquälerei bekannt ist. Dort lebte sie etwa zwei Jahre als Straßenhund und musste Hunger, Krankheit, Schmerzen und ständige Angst ertragen. Als sie von Tierschützern an einer Futterstelle entdeckt wurde, war sie voller Wunden und litt an einer schweren Hauterkrankung.

    Die Tierschützer brachten sie in eine Tierklinik, ließen sie behandeln, impfen und kastrieren und fanden anschließend einen Pflegeplatz bei einem jungen Mann. Dort entwickelte sich Sissi hervorragend: Sie verlor ihre Ängste, wurde stubenrein, lernte, entspannt an der Leine zu laufen, und lernte sogar, die Handzeichen ihres Pflegepapas zu verstehen.

    Sissi zeigte einen außergewöhnlich liebevollen und sanften Charakter. Sie verstand sich mit anderen Hunden, spielte vorsichtig mit ihnen und begegnete Kindern besonders einfühlsam und geduldig. Trotz ihrer schlimmen Vergangenheit war sie freundlich, vertrauensvoll und menschenbezogen.

    Kurzum eine Traumhündin. Aber da war ihre beeindruckende Größe von über 70 cm und 60 kg. Ob sie jemals eine Familie finden würde?

    JA! Und das sehr schnell. Denn da war eine junge Familie, die bei Sissi vor allem eines sahen: ihr großes Herz. Diese Familie hatte noch nie zuvor einen Hund – und dann gleich so einen großen?! Egal, es sollte Sissi sein. Auch die Prognose, dass Sissi aufgrund ihrer vielen von der Straße mitgebrachten Krankheiten vielleicht nicht lange, vielleicht nur ein Jahr, leben würde, schreckte die Familie nicht ab. Sie wollten Sissi, und NUR Sissi.

    Liebe auf den ersten Blick, und diese Liebe bestätigte sich, als Sissi am 28.03.2018 am Düsseldorfer Flughafen ankam. Diese Liebe trug Sissi nicht, wie prophezeit, ein Jahr, nicht zwei Jahre – acht (!) Jahre lang war sie eine wundervolle Begleiterin ihrer Familie. Sie lebte, wie sie kam: Still, leise, würdevoll. Und genauso ging sie jetzt …

    Der Nachruf der Familie:

    Mach es gut, treue Kaiserin. Am 28. März 2018 kamst du aus Griechenland in Düsseldorf an. Zusammen mit zwei weiteren Hunden von Stray, aber du hattest die größte Transportbox, die noch für Flugzeuge möglich ist, ganz wie es sich für eine adelige Dame gebührt. Du warst unser erster Hund überhaupt, und wir kannten dich bis dahin nur von Fotos und Videos und wussten nicht, wie du reagieren würdest, wenn du aus der Box entlassen wirst. Aber schon da hast du dein schüchternes Wesen gezeigt, und wir hatten eher Mühe, dich aus dem Flughafen ins Auto zu bekommen. Die erste Zeit hast du nur eingeschüchtert im Treppenflur gelegen, und wir mussten dich mit der Hand füttern, weil du dich nicht an den Futternapf getraut hast. Groß war die Freude, als du dann das erste Mal überhaupt einen Fuß ins Wohnzimmer gesetzt hast. Mit dem Nachwuchs hast du dich sofort super verstanden und die Katzen hast du einfach akzeptiert. Wurde dir irgendwas zu bunt, bis du einfach ruhig aufgestanden und weggegangen. Kein Drama, nix.

    Bei Gassigängen war jeder beeindruckt wegen deiner Größe und danach dann wegen deines ruhigen Wesens. Die ersten Jahre bist du auch freudig so über die Felder gewetzt, dass man seine liebe Mühe hatte mitzuhalten, du hast einfach das Leben genossen. Mit den meisten anderen Hunden hast du dich sofort verstanden und schnell warst du auch unter ihnen die Kaiserin der Nachbarschaft. Nur wenn Hunde an Fahrrädern mitliefen, dann wurdest du zum wilden Tier. Irgendwas daran triggerte dich, wir haben aber nie herausfinden können, warum. In solchen Momenten musste man standhaft sein, nicht nur einmal hast du mich bei sowas in den Graben gezogen. Auf der anderen Seite, wenn du irgendwo schnüffeln wolltest oder sonst etwas deine Neugierde weckte, dann warst du standharft. Dann war dir auch egal, wer und wie stark am anderen Ende der Leine zog, du hast es ignoriert. Da hätte man die Leine auch an einer alten deutschen Eiche festmachen können, der Effekt wäre der gleiche gewesen ….

    Wegen der Krankheiten, die du dir schon in Griechenland eingefangen hattest, sagte uns Stray damals, dass du mit Glück vielleicht noch 1 Jahr zu leben hast. Das war uns bewusst und wir haben dich trotzdem bei uns aufgenommen. Am Ende wurden es über 8 wundervolle Jahre mit dir, die du mit deiner Ruhe bereichert hast. In den letzten 2-3 Jahren merkte man dir aber das Alter und deine Gebrechen immer mehr an, auch wenn du brav jeden Tag die Gassigänge mitgemacht hast. Du warst ein integraler Bestandteil der Familie und hast sogar meine Eltern um die Pfote gewickelt (aus „Der Hund kommt aber nicht rüber zu uns!“ wurde in kürzester Zeit „Kommt Sissi mit rüber?“).

    Gestern dann, nach einem doch auffällig beschwerlichen Gassigang, bist du einfach irgendwann eingeschlafen. Ganz in Ruhe, wie es immer deine Art war. Liebe Sissi, ich hoffe, du jagst jetzt hinter dem Regenbogen weiter die Hasen, die du hier immer im Traum verfolgt und dabei so süß gewufft hast. Wir werden dich nie vergessen ….“

    Liebe Familie H., was Liebe alles bewirken kann! Wir danken Ihnen herzlich, dass Sie sich „damals“ auf das Abenteuer „erster Hund, dazu groß, aus dem Ausland, nie zuvor gesehen“ eingelassen haben – voller Vertrauen, dass es passt. Sissi musste bei Ihnen nicht sofort „perfekt“ sein, Sie haben ihr Zeit gelassen und sind zusammen gewachsen. Schöner hätte das Leben für Sissi nicht verlaufen können – und wir hoffen und haben den Eindruck, für Sie auch nicht. Auch wenn die gemeinsame Zeit länger war als erwartet, wird die Trauer nicht minder sein. Wir wünschen Ihnen ganz viel Kraft für die kommende Zeit!

    Das Team von Stray einsame Vierbeiner e. V.

    Ein paar Fotos aus Sissis glücklichem Leben als Familienmitglied:

    Und wenn Sie Sissis ganze Geschichte nachlesen möchten, hier ihr Beitrag als PDF-Datei von unserer alten Website: