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Stray

einsame Vierbeiner

"Alleine bleiben" ... die Vorbereitung darauf beginnt mit dem Einzug

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Wenn ein neuer Hund bei Ihnen eingezogen ist, ist die Freude erst einmal groß. Da es sich um einen Tierschutzhund handelt, der vielleicht eine schlimme Vergangenheit hatte, haben Sie vielleicht erst einmal Mitleid mit ihm und wollen ihn anfangs nicht mit Regeln oder Erziehung stressen und lassen ihn einfach machen. Damit tun Sie Ihrem Hund aber keinen Gefallen.

Wenn der Hund das Gefühl hat, dass in Ihrem Haushalt keiner die "Führung" übernimmt, wird er sich gezwungen fühlen, dies selbst zu tun. Wobei er in vielen Fällen überfordert sein wird. Und schon haben Sie die ersten Probleme. Sie können Ihrem Vierbeiner den Neustart erleichtern, wenn Sie von Beginn an ein paar Dinge beachten.
Bemitleiden Sie Ihren Hund nicht, sondern geben Sie ihm von Anfang an Sicherheit, indem Sie ganz souverän auftreten und ruhig und konsequent handeln. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Hund später auf das Sofa darf, dann erlauben Sie es ihm auch nicht in den ersten Tagen.

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Viele unserer Hunde haben noch nie in einer Wohnung gelebt und waren kein Teil einer Familie. Sie müssen natürlich erst noch lernen, wie sie sich hier richtig verhalten sollen. Haben Sie immer Geduld und geben Sie dem Hund Zeit zu verstehen, was Sie von ihm möchten. Durch positive Verstärkung / Belohnung und konsequentes Handeln verstehen die meisten Hunde aber sehr schnell, was von ihnen gewünscht wird.
Die meisten Hunde haben natürlich auch nie gelernt allein zu bleiben. Das muss man ihnen Schritt für Schritt beibringen. Für einen Hund als Rudeltier, ist es absolut unnatürlich allein zu bleiben. Verliert der Hund in der Natur den Anschluss an sein Rudel, hat er zwangläufig ein Problem.

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Das Rudel bietet Schutz, Sicherheit und bessere Überlebenschancen.

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Daher wird jeder Hund automatisch versuchen bei seinem Rudel zu bleiben. Dass er auch mal allein bleiben muss, müssen Sie Ihrem Hund daher erst beibringen, damit er nicht in Stress gerät, sobald Sie das Haus verlassen. Hierzu beginnen Sie am besten bereits von Anfang an den Hund immer mal wieder für kurze Momente allein zu lassen. Anfangs nur für ein paar Sekunden, dann langsam steigern. Es bringt nichts, wenn Sie den Hund nach der Ankunft 24h rund um die Uhr niemals allein lassen und dann irgendwann ganz normal zur Arbeit gehen und der Hund über mehrere Stunden allein sein soll. Geben Sie Ihrem Hund Zeit zu verstehen, dass allein bleiben nichts Schlimmes ist und er entspannt auf Ihre Rückkehr warten kann.

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Gehen Sie also von Anfang an für kurze Momente in ein anderes Zimmer oder aus der Haustüre und kommen Sie gleich wieder zurück. Wichtig ist es dabei kein großes Aufsehen zu machen. Das heißt, begrüßen Sie den Hund nicht jedes Mal, wenn Sie zurück kommen. Der Hund soll ja lernen, dass Gehen und Kommen etwas ganz Normales sind.
Hilfreich kann es auch sein, dem Hund beizubringen auf seinen Platz (Decke, Körbchen, etc.) zu gehen und dort zu bleiben. Das muss der Hund natürlich auch erst lernen. Wichtig ist es dieses Kommando positiv aufzubauen (beispielsweise über Leckerchen / Futter). Der Platz darf niemals eine Strafe sein. Der Hund soll gerne dort hin gehen und sich auf seinem Platz wohlfühlen. Nur wenn er gerne dort ist, wird er auch bleiben, wenn Sie sich Schritt für Schritt von ihm entfernen. Das Bleiben auf der Decke muss Schritt für Schritt aufgebaut werden und jedes richtige Verhalten von Seiten des Hundes, sollte sofort belohnt werden. Wenn Sie dieses Training konsequent und über positive Verstärkung aufbauen, wird Ihr Hund bald brav auf seinem Platz bleiben, wenn Sie das Zimmer verlassen.

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Für viele Hunde ist es einfacher allein zu bleiben, wenn Sie nicht das ganze Haus oder die ganze Wohnung zur Verfügung haben. Dann fühlen Sie sich nicht verantwortlich, alles im Blick haben oder kontrollieren zu müssen. Ein Hund der dauernd von einem Zimmer ins andere läuft, wenn er allein ist, wird nie zur Ruhe kommen und sich entspannen, da er immer unter Stress steht und versucht "seine Aufgabe" ,alles im Blick zu behalten, zu erfüllen.

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Solche Hunde sind oft entspannter, wenn sie nur einen begrenzten Raum zur Verfügung haben.

In extremen Fällen von "Trennungsangst" kann es hilfreich sein den Hund anfangs an eine Box zu gewöhnen. Wenn man dies richtig aufbaut, lernt der Hund sich in der Box zu entspannen und kann dort für kürzere Zeit allein gelassen werden.
Ziel sollte es aber immer sein, dass der Hund während Ihrer Abwesenheit entspannt ist und sich nicht gestresst fühlt. Wenn ihr Hund Ihnen in der Wohnung immer hinterher läuft, sollten Sie auch daran arbeiten. Der Hund sollte Ihnen nicht überall hin folgen. Denn sobald Sie aus seinem Einflussbereich verschwinden und das Haus verlassen, gerät Ihr Hund unter Stress. Das kann sich in Bellen, Jaulen, unruhigem Hin und Her laufen, Zerstörung von Gegenständen, etc. äußern.

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Wenn Ihnen Ihr Hund also ständig wie ein Schatten folgt, beginnen Sie damit, ihn nicht mehr überall hin mitzulassen. Wenn Sie in ein anderes Zimmer gehen, machen sie die Türe hinter sich zu, so dass der Hund nicht mit kann. Anfangs sollten Sie bereits nach einigen Sekunden wieder zurück kommen, dabei den Hund nicht groß beachten. Bei dieser Übung brauchen Sie viel Geduld. Der Hund muss Schritt für Schritt lernen, dass Sie auch mal für kurze Momente nicht für ihn erreichbar sind. Das ganze wird dann immer weiter ausgebaut, bis Sie sich problemlos für längere Zeit in einem anderen Raum oder außerhalb der Wohnung aufhalten können. Bei hartnäckigeren Hunden müssen Sie dieses "von Zimmer zu Zimmer gehen" eine ganze Zeit lang durchziehen, bis es Ihrem Hund zu dumm wird, Ihnen hinter her zu laufen.
Auch hier ist es sinnvoll, parallel die Übung "auf deinen Platz" zu trainieren.

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Je mehr Zeit und Geduld Sie von Beginn an investieren, desto schneller bleibt Ihr Hund entspannt zu Hause und es entstehen erst gar keine Probleme. Warten Sie nicht bis sich die Nachbarn über das Gejaule beschweren, sobald Sie nicht da sind. So weit muss es gar nicht kommen. Fangen Sie einfach vom ersten Tag damit an, Ihren Hund kurze Momente allein zu lassen, bauen Sie ein Kommando auf mit dem Sie Ihren Hund auf seinen Platz schicken können und arbeiten Sie bei allem mit Geduld und liebevoller Konsequenz. Dann steht einem glücklichen, entspannten und problemlosen Zusammenleben mit Ihrem Vierbeiner nichts mehr im Wege.

 

 

Weitere interessante Beiträge aus unserer Reihe "Wichtige Infos rund um den Hund und Erziehung" finden Sie hier.

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