Laras Geschichte zeigt, dass man mit Geduld, Ruhe und Nicht-Bedrängen bei einem ängstlichen Hund sehr viel erreichen kann.

04.08.2025: Lara hatte ihre ersten beiden Lebensjahre in einem Animal-Hoarding-Haushalt gelebt und von der Außenwelt nichts kennen gelernt. Genaueres können Sie in dem untenstehenden PDF-Dokument nachlesen. Entsprechend verunsichert und ängstlich war Lara, als sie bei ihrer Familie einzog. In den eineinhalb Jahren, die sie jetzt dort lebt, hat Lara viel gelernt – und die Familie auch. Das Frauchen hat uns einen ausführlichen Bericht geschrieben, um anderen Familien mit ängstlichen Hunden Mut zu machen:
„Heute möchte Lara mal etwas über sich und ihre Entwicklung erzählen, um damit auch anderen Hundehaltern von ängstlichen und unsicheren Hunden Mut zu machen, durchzuhalten und nicht so schnell aufzugeben, auch wenn es mal länger dauert, bis der Hund Vertrauen fasst und sicherer wird.
Als Lara im Januar 2024 zu uns kam, war sie aufgrund ihrer Vorgeschichte in dem Animal-Hording-Haushalt ein sehr verunsicherter und ängstlicher Hund, der zwar von Anfang an, dank Foteinis guter Pflege, lieb und freundlich zu uns war, aber bei dem kleinsten Geräusch zusammenzuckte und Panik bekam und bei fremden Menschen sofort flüchten wollte. Mein Mann und mein Sohn brauchten auch einige Zeit, bis sie Lara richtig streicheln konnten. Unser Giant war vom ersten Tag an ihr Fels in der Brandung, und sie hat sich immer ganz eng an ihn herangedrückt, wenn sie unsicher war. Das ist heute noch so, wenn sie mal wieder in alte Muster zurückfällt, und Giant ist auch immer derjenige, der ihr bei fremden Menschen zeigt, dass es nicht schlimm ist, sich streicheln zu lassen und dass man es dann sogar genießen kann.
Lara musste ich lesen und verstehen lernen, und sie hat mir beigebracht, dass man mit Ruhe und Geduld unglaublich viel erreichen kann und ihr ihre Freiräume lassen muss und sie nicht bedrängen darf. Dank Giant hat sie relativ schnell ein Vertrauensverhältnis zu mir aufgebaut, war aber lange immer noch vorsichtig und skeptisch. Ich habe aber bald gemerkt, dass sie ein kleiner Freigeist ist und selbst entscheiden möchte, welchen fremden Menschen mit wieviel Abstand sie begegnen möchte oder nicht, man kann bei ihr nichts erzwingen, sonst erstarrt sie und haut die Handbremse rein.
Mittlerweile kann ich ihr 100% vertrauen und sie wirklich überall ableinen, weil sie mir nie weit von der Seite weicht, fremde Hunde komplett ignoriert, nicht jagt und dann selbst entscheiden kann, mit welchem Abstand sie an fremden Leuten vorbeiläuft oder eben bei mir Schutz sucht.
Für Giant haben wir mittlerweile einen kleinen Hundeanhänger zum Schieben, da er seit einem Jahr blind ist und dadurch nicht mehr so weite Strecken laufen kann bzw. bei größeren Menschenmengen dann sicherer aufgehoben ist. Lara steigt bei größeren Menschenmengen auch gerne zu und kann in ihrer Höhle dann entspannen.
Vor einigen Tagen war ich mit beiden Hunden auf Shopping-Tour in einem Outlet-Center, und Lara lief trotz vieler Menschen entspannt neben dem Hundeanhänger her, hatte aber immer die freie Wahl auch einzusteigen. Vor einem Jahr wäre es noch undenkbar gewesen, jetzt klappt es super.
Deshalb, gebt euren unsicheren Hunden Zeit und Vertrauen in euch, dann bekommt ihr auch den Lohn dafür, dass der Hund auch in unheimlichen Situationen eure Nähe sucht und sie mit euch zusammen durchsteht.“

